Reform deswegen in Anführungszeichen, weil - man denkt es sich schon - es sich eigentlich um keine Reform handelt.
Im Grunde faßt die Bundesregierung ihre Ansichten zum TSG und zum Transsexuellen ( Transgender kommen bei der Bundesregierung ja ohnehin nicht vor) im allgemeinen ganz hübsch in folgendem Satz zusammen :
Die Bundesregierung hält im Grundsatz an ihrer Auffassung fest, dass ein Verstoß gegen die Menschenwürde nicht vorliegt
Na dann is ja alles in Budder.
Wenn die Bunderegierung das meint, dann wird´s wohl stimmen. Schließlich haben die sich ja auch mit Sachverständigen zusammengesetzt und sich schwer Gedanken gemacht über alles.
Ich bin jedenfalls ganz froh, dass ich nicht auf die Reform gewartet habe.
So wie es aussieht wird sowieso nichts von dem umgesetzt was wir gefordert haben- wozu auch ? Die Sachverständigen wissen es ja besser. Es bleibt beim Sterilisationszwang, bei psychologisch-psychiatrischen Begutachtungen und bei operativen Maßnahmen als Vorraussetzung für die PÄ.
Was tun ? Streiken vielleicht ?
Friday, March 07, 2008
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11 comments:
Hmm, Sterilisationszwang würde ja noch gehen. da kann man ja im zweifel eizellen/samenzellen operativ entnehmen und zur befruchtung verwenden. aber handelt es sich nicht eher um kastrationszwang und -damit ein TM nicht leihmutter werden kann- gebährmutter-entfernzwang? oder hab ich da was falsch verstanden? ich find das jedenfalls echt krass. hat so den beigeschmack von "sowas soll sich nicht auch noch vermehren können".
Julian.
Hey Julian :
Unter einer Sterilisation versteht man einen medizinischen Eingriff, der einen Menschen oder ein Tier unfruchtbar macht.
Du hast natürlich recht, dass die meisten Gerichte eine Katration verlangen. Also nicht nur die Entfernung der Eierstöcke sondern auch der Gebärmutter.
Und ich habe dabei den gleichen Beigeschmack wie du.
Da halten ein paar alte, alte Politiker ihre anerzogene und niemals hinterfragte Moral in den Wind...
"Was ich nicht kenne macht mir Angst, was mir Angst macht darf nicht sein. Und was nicht sein darf, das kann auch nicht sein. Jedenfalls nicht solange ich noch im Amt sitze!"
[Zyn]Zeigt verständniss, sie wissen es nicht besser. (Wie denn auch? Informiert sein war noch nie die stärke der Politiker)[/Zyn]
Ich hoffe immer noch darauf, das diese sorte "08/15 Bürger/Politiker" noch zu meinen Lebzeiten Ausstirbt.
By The Way:
Klsse Blog, echt Informativ :)
Interessant ist, dass die Stellungnahme in Teilen ja eigentlich schon 2001 von der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung bzw. von u.a. Sophinette Becker und Hertha Richter-Appelt geschrieben wurde.
Es handelt sich z.B. um folgenden Abschnitt:
"Innerhalb der Wissenschaft (Medizin/Psychologie) gelten die Ursachen der Transsexualität nach wie vor als nicht geklärt und sind Gegenstand verschiedener theoretischer Ansätze. Die früher vermuteten biologisch-somatischen Ursachen sind bislang allesamt nicht verifiziert worden. Es besteht heute Konsens darüber, dass ein persistierendes transsexuelles Verlangen das Resultat sequenzieller, in verschiedenen Abschnitten der psychosexuellen Entwicklung gelegener, eventuell kumulativ wirksam werdender Einflussfaktoren ist."
Rundbrief 1/2001 vom Juli 2001 Deutsche Gesellschaft für Sexualforschung
an der Stellungnahme haben federführend mitgewirkt:
Dipl. Psych. Sophinette Becker, Institut für Sexualwissenschaft des Klinikums der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Prof. Dr. Wolfgang Berner, Direktor der Abteilung für Sexualforschung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf
Prof. Dr. Martin Dannecker, s.o.
Prof. Dr. Hertha Richter-Appelt, s.o."
Mehr zur Der-Bocck-ist-seit-Jahren-Gärtner-Theorie hier: http://mut23.org und dem Link "ticker"
Hey pycho-dad,
interessant wer sich hier so alles "herverirrt". Und schön dass der Blog informativ ist. Das soll er ja u.a. auch sein.
@ Kim meine Güte, da haben die sich ja richgtig Mühe gemacht mit ihrem Antwortschreiben :)
Eigentlich wäre es ja lustig ...
"Die Bundesregierung hält im Grundsatz an ihrer Auffassung fest, dass ein Verstoß
gegen die Menschenwürde nicht vorliegt, wenn eine geschlechtsanpassende
Operationfreiwillig vorgenommenwird. Ob die Operationweiterhinin
jedem Fall Voraussetzung für die Personenstandsänderung sein soll, ist eine
zentrale Frage der Reform des Transsexuellenrechts; insoweit wird auf die Antwort
zu Frage 6 verwiesen." auch wenn in Frage 6 wieder steht, dass da nix steht, ist dieser Absatz ist garnicht so schlecht, wie der Rest. Denn die Betonung liegt auf "freiwillig". Wer weiss, vielleicht wollen sie endlich den OP Zwang abschaffen und dabei die Möglichkeit der OP-Kostenübernahme durch die Krankenkassen weiterhin garantieren? Man soll ja nicht immer Schlechtes unterstellen ... das eigentlich Unglaubliche ist, dass Sachverständige und deren Berufsrisiken (wie auch mal ne falsche Diagnose zu stellen) weiterhin über die Bedürfnisse und grundlegenden Menschenrechte der sog. "Betroffenen" gestellt werden (Stichwort: Therapie, Verfahrensdauer, Sterilisationszwang). Die unseelige Ehe von Medizin und Recht nimmt kein Ende, wann ist hier eine automatische Auflösung wegen Menschenrechtsverstößen vorgesehen?
@ anonymous naja "freiwillig" ist diese Op rein juristisch gesehen derzeit auch schon. Du unterschreibst im Krankenhaus ja schließlich eine Einverständniserklärung.
Und genau von dieser "Freuiwilligkeit" ist auch in der Stellungnahme die Rede.
tja, würd mal sagen, typisch "die bundesregierung", siehe auch hier unter PS "Trans*menschen"
bloss, ein streik zu diesem theama ausgerechnet an der informationsfront wär ja wohl eher ein schnitt ins eigene fleisch ... ich z.b. hab von den "feinheiten" des tsg erst hier auf diesem blog erfahren ... keep up the good fight!
hey, bin neulich über dies gestolpert:
http://www.androgyna.de/archiv/waz_01.htm
zwar steht nix genaueres drin über das "wie", auch nicht betr. personenstand, doch anscheinend finden einzelne doch schliche, zumindest die vornamensänderung "einfach so" durchzubekommen?
@ seelenlos einfach so war es wohl nicht. Sie scheint schon den üblichen Weg gegangen zu sein.Zumindest steht in dem Artikel :
>> Und als dann - zwei psychologische Gutachten und eine Entscheidung des Amtsgerichts später - die neuen Papiere da waren, da ging die Job-Vermittlerin erstmals als Brigitte zur Arbeit.<<
Die VÄ bekomt man in Deutschland ja auch ohne Op´s und Hormonbehandlung. Erst bei der PÄ wird es "ernst".
danke, lukas. dass mensch nen namenswechsel leichter durchkriegt, hab ich nach deinem nächsten post mittlerweile klar. war mir als laie derart unlogisch, dass mensch als mann ohne weiteres n frauennamen kriegen kannst (und umgekehrt), nicht aber den personenstand ändern kann, dass ich nicht auf die idee kam ...
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